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Festschrift im Jubiläumsjahr 2004

40 Jahre Katholischer Kirchenmusikverein Pfeddersheim
– 40 Jahre zum Lobe Gottes und zur Freude der Menschen –


„Spielt dem Herrn auf der Harfe, auf der Harfe zu lautem Gesang.
Zum Schall der Trompeten und Hörner jauchzt vor dem Herrn,
dem König!“ (Psalm 98, 5–6)


Kirchenmusik im Wandel der Zeit

Wenn auch die älteste Kirchenmusik zunächst als sakrale Gesangsmusik Eingang in die christlichen Kirchen fand, so wissen wir jedoch, dass bereits im frühen Mittelalter Blas– und Saiteninstrumente zur musikalischen Begleitung im Gottesdienst eingesetzt wurden. Dies lässt sich jedenfalls aus dem Bericht des Schriftstellers Engelbert von Admont aus dem 13. Jahrhundert folgern, wonach alle Instrumente außer der Orgel aus der Kirche gewiesen wurden, »weil sie zu sehr an das weltliche Musizieren erinnerten.« Nach jener »Verdrängung« der Blas– und Saiteninstrumente aus dem Gottesdienst setzte im Laufe des 16. Jahrhunderts die Verstärkung der Singstimmen durch Blasinstrumente wieder allgemein ein. Gegen Ende des 16. Jahrhunderts wurde schließlich die reine Instrumentalmusik in die Kirche eingeführt. Die Kirche war sich allerdings von jeher der Problematik der reinen Instrumentalmusik innerhalb des Gottesdienstes bewusst, weil dadurch möglicherweise die Verkündigung des Gottes Wortes »verkürzt und überlagert« werden könnte. Aber verboten hat die Kirche die Instrumente nie. Sie regelt vielmehr ihren sinngemäßen Gebrauch in einem besonderen Kapitel der »Instruktion über die Musik in der Liturgie.« Dabei geht die Kirche davon aus, dass Instrumente letztlich auch dem Wort Gottes dienen und es im umrahmenden Spiel sogar steigern können. Zwar steht das Wort Gottes im Mittelpunkt des christlichen Glaubens und der Liturgie. Aber eine gegenüber der Welt weit geöffnete Kirche Gottes muss alle zur Verkündigung verfügbaren Möglichkeiten wie Sprache, Gesang und Instrumentalmusik voll ausschöpfen, um Gott zu preisen. Von dorther gesehen kann die Kirchenmusik im allgemeinen und die Instrumentalmusik im besonderen als eine spezifische Form des zu verkündenden Evangeliums angesehen und bewertet werden, indem die Noten der Musik den Text der Heiligen Schrift gleichsam unterstreichen und zur vollen Lebendigkeit ausweiten. Deshalb sagt auch der Artikel 112 der Liturgie–Konstitution des II. Vatikanischen Konzils zu Recht, dass »die überlieferte Musik der Gesamtkirche einen Reichtum von unschätzbarem Wert darstellt, weil sie einen notwendigen und integrierenden Bestandteil der feierlichen Liturgie ausmacht.«

Die Kirchenmusik kann somit als ein wichtiger, mit dem Wort der Verkündigung verbundener Beitrag gewertet werden. Es gilt, diesen Reichtum mit größter Sorgfalt zu bewahren und zukunftsorientiert zu pflegen.

Diözesanverband im Bistum Mainz
In unserem Bistum wurde im Anschluss an den allgemeinen Deutschen Katholikentag im August 1948 in Mainz, bei dessen Jugend– und Schlusskundgebung 427 Bläser aus vielen Kirchenmusikvereinen der Diözese mitwirkten, der Diözesanverband der Katholischen Kirchenmusikvereine und Bläserchöre gegründet. Dieser Verband, der im vergangenen Jahr auf sein 55jähriges Bestehen zurückblicken konnte, umfasst alle Kirchenmusikvereine des Bistums, aber auch Bläserchöre, die keine selbständige, vereinsmäßige Struktur besitzen, und schließlich auch solche Musikkapellen, die eine besondere Abteilung eines katholischen Vereins bilden. Der Diözesanverband will nach seiner Satzung die verschiedenartigen Bläsergemeinschaften im Bistum in Zusammenhang bringen:
zur Förderung und Pflege kirchlicher Bläsermusik,
zur Weiterbildung der Mitgliederchöre auf dem Gebiete der Liturgie und Kirchenmusik sowie
zur besseren Erarbeitung und Bereitstellung geeigneter Bläserliteratur für die bei den vielfältigen Gottesdienstformen bestehenden Verwendungsmöglichkeiten dieser Musik.
 

Außer den kirchenmusikalischen Aufgaben bei der Feier des Gottesdienstes sind die Musikchöre satzungsgemäß verpflichtet, auch zur Erfüllung von Aufgaben im Dienste der Pfarrgemeinde bei außergottesdienstlichen Veranstaltungen aktiv mitzuwirken. Zu diesem Zweck pflegen sie auch gute Bläsermusiken weltlichen Charakters, wie sie bei Feiern außerhalb des Gottesdienstes benötigt werden. Entsprechend der inneren Struktur des Diözesanverbandes bewahrt jeder Einzelchor bei seinem Eintritt in den Verband sein Eigenleben und regelt auch seine internen und örtlichen Angelegenheiten selbständig.

Vereinsgründung vor 40 Jahren  

Wichtig für ein Vorhaben ist stets eine gute Idee, noch wichtiger ist jedoch die Verwirklichung der Idee! Diese bekannte und zutreffende Feststellung gilt auch für die Gründung eines Vereins im Allgemeinen und für die Gründung des Katholischen Kirchenmusikvereins Pfeddersheim im Besonderen. Lassen wir an dieser Stelle aus der Einleitung zum »Protokollbuch« des Katholischen Kirchenmusikvereins einige Sätze einführen, die Herr Heinrich Reifenberg niedergeschrieben hat und die einen dokumentarischen Wert besitzen. Dort heißt es:
»Als Schreiber dieser Zeilen erinnere ich mich noch ganz genau an folgendes Gespräch: In meiner Eigenschaft als Mitglied des Diözesankirchenstiftungsrates und des Kirchenstiftungsrates der Pfarrei MARIA HIMMELFAHRT zu Pfeddersheim sprach mich Herr Karl Töngi, Sohn von Franz und Anna Töngi, nach dem Gottesdienst an. Er trug mir sein Anliegen vor, eingebunden in die Frage: Wäre es nicht möglich, in unserer Pfarrei einen Bläserchor zu gründen? Ich setzte mich umgehend mit dem Diözesanpräses der Katholischen Kirchenmusikvereine der Diözese Mainz, H. H. Heino Schneider, in schriftliche Verbindung. Mein Schreiben war datiert vom 24.11.1963. In einem sehr ausführlichen Antwortschreiben über positive und negative Aspekte wurde auch hingewiesen auf einen aktiven jungen Bläserchor in Lampertheim, den wir umgehend besuchten. Karl Töngi nahm nun alle anfallende Arbeit in die Hand, denn er hatte den ersten Gedanken an die Gründung eines Bläserchors in unserer Pfarrei. Die Gründung eines Bläserchors wurde sodann Wirklichkeit.«

Diese »Wirklichkeit« vollzog sich in der Gründungsversammlung am 26.04.1964 im katholischen Jugendheim unter Vorsitz von Herrn Pfarrer Emil Ohlig und in Anwesenheit von 43 Pfarrangehörigen. Die vorbereitete Satzung wurde nach geringfügigen Änderungen angenommen und sodann der erste Vorstand mit folgender Zusammensetzung gewählt:
1. Vorsitzender Karl Töngi
2. Vorsitzender Albert Diehl
    Notenwart Ferdi Beck
    Kassierer Emma Kirchner
    Schriftführer Philipp Fuhrmann
    Rechnungsprüfer Franz Töngi, Karl Weick

In dieser Gründungsversammlung wurde der monatliche Mitgliedsbeitrag von 0,50 DM für Erwachsene und von 0,30 DM für Rentner und Schüler beschlossen. Für die Erstausstattung mit Instrumenten hielt der gewählte Vorstand ein »Anfangskapital« von 3000 DM für notwendig, wobei sowohl auf eine Zuwendung durch die damals noch selbständige Stadt Pfeddersheim als auch auf freiwillige Spenden der Pfarrangehörigen vertraut wurde. Bereits kurze Zeit nach einem entsprechenden Antrag bewilligte die Stadt Pfeddersheim den Betrag von 1500 DM, während der verbleibende Restbetrag mit Hilfe von Spenden aufgebracht werden konnte.

Erste Auftritte
Unter dem ersten Dirigenten Konrad Schramm (Herrnsheim), der von 1964 bis 1970 diese Funktion ausübte, fanden die ersten öffentlichen Auftritte des Katholischen Kirchenmusikvereins bereits im Gründungsjahr 1964 statt, und zwar bei der Eröffnung der Maiandachten, der Fronleichnamsprozession, einer Familienfeier, bei der Abschiedsfeier von Pfarrer Ohlig, der nach Fürth im Odenwald versetzt wurde, der Einführung von Pfarrer Zedner und bei der Weihnachtsfeier. Das Ansehen und die allgemeine Resonanz des Vereins waren so positiv, dass 1. Vorsitzender Karl Töngi auf der Generalsversammlung am 04.04.1965 bereits 107 Vereinsmitglieder, davon 20 Aktive, bekannt geben konnte. Bemerkenswert ist ebenso die Feststellung, dass der Verein im ersten Jahr schon 15 eigene Instrumente anschaffen konnte.
Interessant und im Vergleich zu den heutigen Preisen aufschlussreich waren die damaligen Anschaffungspreise von 1500 DM für einen Bass, 200 DM für ein Becken und 230 DM für eine Marschtrommel. Zu den ersten öffentlichen Auftritten des Vereins gehörte auch das Platzkonzert vor dem Bahnhof anlässlich des Pfeddersheimer Marktes. In der Folgezeit pflegte der Verein auch rege Kontakte zu anderen Kirchenmusikvereinen und Bläserchören der näheren und weiteren Umgebung; so besuchte man u. a. das Kirchenmusikfest in Hirschhorn, das Stiftungsfest des Kirchenmusikvereins Lampertheim und das Diözesanmusikfest in Klein–Zimmern bei Dieburg.

Weitere Aufbauarbeit

Die Vereinsarbeit wurde zielbewusst und kontinuierlich fortgesetzt, die Mitwirkungen bei kirchlichen und außerkirchlichen Veranstaltungen konnten durch regelmäßige Übungsstunden gesteigert werden. Aus den Aufzeichnungen des Protokollbuches, welches ab 1969 Schriftführer Bardo Schneider betreute, geht hervor, dass im Jahresdurchschnitt der Verein bei mehr als 20 kirchlichen und außerkirchlichen Veranstaltungen mitgewirkt hat, nachdem ab 1970 Herr Heinrich Mauer das Amt des Dirigenten übernommen hatte, das er bis 1975 ausübte. Auch die Geselligkeit innerhalb des Vereinslebens wurde zunehmend gefördert, indem Vereinsausflüge unternommen und auch örtliche Zusammenkünfte der aktiven und passiven Mitglieder durchgeführt wurden. Als ein besonders beeindruckendes Erlebnis weist das Protokollbuch die Teilnahme des Vereins beim Diözesan–Musikfest in Mainz im Jahre 1973 aus, welches aus Anlass des 25jährigen Bestehens des Diözesanverbandes der Katholischen Kirchenmusikvereine und Bläserchöre im Bistum Mainz gefeiert wurde. Nach einem feierlichen Pontifikalamt im Mainzer Dom mit Kardinal Herrmann Volk fand in der Rheingoldhalle ein großartiges Konzert statt, wobei über 500 Bläser mitwirkten.
Die in der Satzung des Diözesanverbandes verankerte Zielsetzung, die verschiedenartigen Bläsergemeinschaften innerhalb des Bistums zur Förderung und Pflege kirchlicher Bläsermusik zusammenzuführen, konnte an diesem Jubiläumstag eindrucksvoll unter Beweis gestellt werden. Hierbei zeigte sich aber auch die Bedeutung der gewissenhaften Pflege des deutschen Kirchenliedes und guter sakraler Bläsersätze aus alter und neuer Zeit. Die von diesem Diözesan–Musikfest ausgegangenen geistigen Impulse befruchteten alle im Diözesanverband vereinigten Katholischen Kirchenmusikvereine und Bläserchöre der Diözese Mainz, zu denen auch der Katholische Kirchenmusikverein Pfeddersheim zählt.

Bestandteil im örtlichen Vereinsleben
Der Katholische Kirchenmusikverein Pfeddersheim, der seit April 1975 nach einer kommissarischen Leitung unter Herrn Albert Diehl von dem 1. Vorsitzenden Josef Zeller geleitet wurde und dem im 25. Jubiläumsjahr Albert Diehl als 2. Vorsitzender, Bardo Schneider als Schriftführer, Maria Zeller als Kassiererin sowie die Beisitzer Hans–Albert Diehl, Horst–Dieter Zimmer und Hans–Jürgen Springer unterstützend zur Seite standen, hat sich in der Folgezeit zu einem festen Bestandteil im örtlichen Vereinsgeschehen von Pfeddersheim entwickeln können. Maßgebenden Anteil daran hatte  Wolfgang Schweikert (Worms), der seit 1975 das Amt des Dirigenten bekleidete und während der folgenden 16 Jahre für die gebotene Kontinuität in dieser Funktion gesorgt hat. Ausdruck der kontinuierlichen Weiterentwicklung des Vereins war auch die inzwischen auf nahezu 150 angestiegene Mitgliederzahl.
Insgesamt 25 aktive Musiker mit einer guten Altersstruktur boten die Gewähr für die zukunftsorientierte Förderung und Pflege der Choralmusik und kirchlicher Musik aus älterer und neuerer Zeit. Der Katholische Kirchenmusikverein stellt sich aber auch seit Anbeginn in den Dienst des gesamten Lebens der Pfarrei. Zu diesem Zweck werden gute Musikstücke weltlichen Charakters gespielt, wie sie bei Feiern außerhalb der Kirche, bei Vereinsfestlichkeiten und öffentlichen Auftritten benötigt werden. Der Kirchenmusikverein hat sich zur Aufgabe gemacht, auch gute Unterhaltungsmusik zu fördern, die vor allem bei den örtlichen Festen für die gesamte Bürgerschaft geboten wird
So ist der Katholische Kirchenmusikverein schon seit vielen Jahren ein gern gehörter »Klangkörper« bei Altennachmittagen, bei Jubiläen oder anderen Gelegenheit im jährlichen Ablauf von ortsbezogenen Veranstaltungen in Pfeddersheim.

Ideale und Idealisten
Ein Verein ist letztlich so gut wie seine einzelnen Mitglieder. Es kann daher nie der Einzelne den maßgebenden Ausschlag für den Erfolg oder Misserfolg geben. Es kommt entscheidend auf den Gemeinschaftsgeist an, auf die zielbewusste Verfolgung der gemeinsamen Idee. Diese Idee hat ihre maßgebliche Grundlage in der Vereinssatzung, die als Hauptzweck vorschreibt:
»Der Verein hat zunächst die Aufgabe, kirchliche Musik für die Gottesdienste im Sinne unserer Kirche zu pflegen unter Beachtung der in den Enzykliken der Päpste, in der Konstitution des Zweiten Vatikanischen Konzils über die heilige Liturgie und in den Satzungen für das Bistum Mainz gegebenen Richtlinien.«
Es ist dem Chronisten bewusst, dass es vieles und auch Persönliches in der Chronik nachzulesen gibt, was wert wäre, hier vermerkt zu werden. Das hätte aber das Abschreiben großer Teile der Chronik bedeutet, was im Rahmen einer Festschrift nicht vertretbar wäre. Wenn dennoch zwei Persönlichkeiten namentlich hervorgehoben werden, die sich um den Katholischen Kirchenmusikverein Pfeddersheim besonders verdient gemacht haben, so geschieht dies im Bewusstsein, dass dadurch andere nicht zurückgesetzt werden sollen. Es sind die beiden Ehrenmitglieder Heinrich Reifenberg und Albert Diehl, die wegen ihrer großen Verdienste um den Verein anlässlich des 80. bzw. 60. Geburtstages diese Würdigung erhielten. Dies möge für alle anderen Mitglieder des Vereins Ansporn sein!

Das Silberjubiläum im Jahre 1989

„Zum Lobe Gottes und zur Freude der Menschen zu musizieren, ist der Auftrag des katholischen Kirchenmusikvereins Pfeddersheim“, so begann der Bericht über die dreitägige Jubiläumsveranstaltung in der WORMSER ZEITUNG vom 14. Juni 1989. Im großen Festzelt hatten sich zahlreiche Gäste eingefunden, darunter auch mitwirkende Ortsvereine und Blaskapellen aus der Umgebung bis hin nach Ruhpolding. In seiner Festansprache lobte Diözesanpräses Pfarrer Dieter Best (Mainz) die große Einsatzbereitschaft der Musiker und ihren Dienst an der Gemeinschaft. Er zeichnete die „Männer der ersten Stunde“ und ihr 25jähriges Musizieren mit der silbernen Ehrennadel des Diözesanverbandes aus: Es waren Josef Thönnes, Otto Kress, Hans–Josef Kercher, Hans–Albert Diehl und Albert Diehl. Dem damaligen Ortsvorsteher Horst Löwer war es vorbehalten, 29 Gründungsmitglieder und zehn Mitglieder für 25 Jahre Vereinstreue auszuzeichnen, ferner die Ehrenmitglieder Heinrich Reifenberg, Karl Töngi, Albert Diehl und den verhinderten Pfarrer Emil Ohlig.
In einer „Nachlese – 25 Jahre Katholischer Kirchenmusikverein“ im Paternusboten fasste Rudolf Haremsa das Festgeschehen eindrucksvoll zusammen. Sein abschließender Dank galt dem unermüdlichen 1. Vorsitzenden „Sepp“ Zeller mit seinen Vorstandsmitgliedern, den Musikern, Mitgliedern und vielen Helfern mit den Psalmworten (Ps. 47/2): „Schlagt froh in die Hände, alle Leute und jauchzet Gott mit fröhlichem Schall.“
Bei den Freunden in Nolay/Burgund

Die sehr vielfältigen kirchlichen und weltlichen Auftritte des Katholischen Kirchenmusikvereins gehen im Laufe der 40jährigen Vereinsgeschichte weit über die örtlichen Grenzen von Pfeddersheim hinaus. So traten die Musiker auch einige Male in der französischen Partnerstadt Nolay/Burgund auf. Vor allem beim Fest des heiligen Vincenz vom 26. bis 28. Januar 1990 marschierten die Pfeddersheimer Musiker mit über hundert Abordnungen der burgundischen Gemeinden, Winzern und Weinbruderschaften durch die Straßen von Nolay zur Kranzniederlegung für die Toten der Weltkriege. Die Anwesenheit des Katholischen Kirchenmusikvereins wurde dabei sowohl vom burgundischen Vizepräfekten als auch von anderen politischen Persönlichkeiten als beispielhaftes Symbol für die Aussöhnung der einstigen Kriegsgegner in hohem Maße gewürdigt.
Im Verlaufe des Festes gaben die Pfeddersheimer Kirchenmusiker unter der bewährten Stabführung von Wolfgang Schweikert an vier verschiedenen Plätzen von Nolay Standkonzerte, die von den Freunden in Nolay begeistert aufgenommen wurden. Jürgen Löv, der hochverdiente „sprachliche Brückenbauer“ zwischen Pfeddersheim und Nolay, berichtete im Paternusboten eingehend über die Teilnahme des Kirchenmusikvereins. Abschließend ging er näher auf den großen Auftritt des Vereins in der mittelalterlichen Markthalle, dem Wahrzeichen Nolays, ein, wobei er die große Begeisterung der Franzosen über die Pfeddersheimer Musiker hervorhob. Wörtlich schrieb er: „Wie die Begeisterung der Franzosen zeigte, was der französische Bürgermeister auch bei der Verabschiedung betonte, hatten die Musiker sich in die Herzen der Nolayer und deren Landsleute gespielt.“

Dirigentenwechsel
„Alles im Leben hat seine Stunde. Für jedes Geschehen unter dem Himmel gibt es eine bestimmte Zeit.“ Dieser uralte Satz aus dem Buch Kohelet um die Mitte des 3. Jahrhunderts vor Christus hat auch für ein Vereinsleben seine Geltung. So schied am 6. Juni 1991 Wolfgang Schweikert (Worms) aus seinem Amt als Dirigent des katholischen Kirchenmusikvereins, nachdem er seit 1975 – also 16 Jahre lang – den Dirigentenstab geführt und dem Verein gedient hatte. Es konnte anschließend Alois Lurg (Lampertheim) gewonnen werden, der jedoch aufgrund seines Alters sich selbst nur als „Übergangsdirigent“ sah. Bis Ende 1993 übte er gewissenhaft und pflichtbewusst sein Amt aus. Mit ihm unternahm der Verein nicht nur interessante Vereinsausflüge, beispielsweise ins Altmühltal (Wemding) oder auch eine Schiffsreise nach Bacharach mit Livemusik an Bord oder auch zum Musikfestival nach Nolay/Burgund, sondern Alois Lurg führte den Katholischen Kirchenmusikverein auch beim ersten Festumzug am Pfeddersheimer Markt im Jahre 1992 durch die von Zuschauern dicht gedrängten Straßen an. Damit wurde gleichsam der „Grundstein“ für die Mitwirkung des Vereins auch bei den nachfolgenden Markt–Festumzügen gelegt. So konnte sich zugleich der Kirchenmusikverein mehr und mehr zum festen Bestandteil im öffentlichen Leben von Pfeddersheim entwickeln, so dass er öfters auch als „Stadtkapelle“ bezeichnet wird.

Natürlich wirkte und wirkt der Verein auch immer wieder bei der musikalischen Gestaltung von Gottesdiensten in der Pfarrkirche Maria Himmelfahrt mit. Besonders muss in diesem Zusammenhang seine großartige Mitwirkung bei der Wiedereinweihung der restaurierten Kirche mit der Einweihung des neuen Altars am Festsonntag des 29. März 1992 hervorgehoben werden.

Anfang 1994 ging der Dirigentenstab in die Hand von Hans–Jürgen Springer über, womit zugleich auch ein Generationswechsel eingeleitet wurde. In seiner bisher 10jährigen Dirigententätigkeit ist es dem geschulten Musiker Hans–Jürgen Springer zu verdanken, dass das musikalische Niveau und Repertoire des Katholischen Kirchenmusikvereins wesentlich gesteigert und erweitert werden konnte.

30 Jahre Katholischer Kirchenmusikverein

Bereits kurze Zeit nach der Übernahme des Dirigentenamtes konnte Hans–Jürgen Springer mit seinen Musikerinnen und Musikern der Öffentlichkeit unter Beweis stellen, wie sich das musikalische Können gesteigert hatte: Am 18. und 19. Juni 1994 feierte man das 30. Jubiläum des Kirchenmusikvereins. Es waren beeindruckende Auftritte sowohl beim Jubiläumskonzert in der katholischen Kirche als auch auf dem Kirchplatz. Die WORMSER ZEITUNG berichtete in ihrer Ausgabe vom 21. Juni 1994 über das Konzert in der Kirche einleitend: „Stehende Ovationen eines begeisterten Publikums in der erst jüngst wundervoll restaurierten Pfeddersheimer Kirche Maria Himmelfahrt waren Dank für das gelungene Auftakt–Konzert des Katholischen Kirchenmusikvereins.“ Dabei reichte das Repertoire von der Renaissance über Klassik bis in die Neuzeit. Bekannte Komponisten wie Johann Sebastian Bach, Georg Friedrich Händel wechselten mit weniger oft gespielten wie Tilmann Susato oder Zeitgenossen wie Alfred Bösendorfer, Heino Schneider oder Harold L. Walter und Michael van Delft, die „Spiritual Contrasts“ und „Praise the Lord“ hervorragend arrangierten.
Am Tag darauf war es erneut ein von vielen Festgästen besuchter Festgottesdienst bei strahlendem Wetter auf dem Kirchplatz. Auch hierbei zeigte der 30 Jahre alte „Jubelverein“ vor großer Kulisse die volle Bandbreite seines Könnens, so dass Pfarrer Bernd Eichler in seinen Dankesworten betonte, wie wichtig es sei, Christus in verschiedener Weise zu dienen – ja Christus durch die Musik zur Sprache zu bringen. Auch der Pfarrgemeinde– und Verwaltungsrat der katholischen Kirchengemeinde lobte sowohl das kirchliche als auch öffentliche Wirken des Vereins, der inzwischen über 152 Mitglieder verfügte, davon 24 aktive Musiker/innen.
Nur wenige Monate nach diesem 30. Jubiläum trat der Katholische Kirchenmusikverein erneut in das Rampenlicht der Öffentlichkeit: Am 1. Oktober 1994 boten die Musiker und Musikerinnen im „Turnerheim“ einen „Bayerischen Abend“. Mit einem aufwendigen Programm zauberte der Kirchenmusikverein unter seinem jungen Dirigenten Hans–Jürgen Springer geradezu „Oktoberfest–Atmosphäre“ in das Turnerheim, wobei der unvergessene „Sepp“ Zeller als Erster Vorsitzender und gebürtiger Ruhpoldinger so richtig in seinem Element war. „Zünftige Musik und bayerische Spezialitäten“, so fasste der damalige Pressebericht diesen Abend zusammen.

Immer wieder öffentliche Auftritte
Der Katholische Kirchenmusikverein entwickelte sich in der Folgezeit immer mehr zu einem echten Bindeglied zwischen Kirche und Gesellschaft. Ob bei Adventskonzerten in der evangelischen Kirche gemeinsam mit dem Frauenchor 1952, beim Großen Gebet in der katholischen Kirche und vielen Gottesdiensten oder auch bei den Konzerten in der Aula der Paternusschule sowie den Sommerkonzerten in den Jahren 1995, 1996 und 1997 und den Eröffnungen des Pfeddersheimer Marktes vor dem Rathaus: Die Musikerinnen und Musiker unter der stets disziplinierten Stabführung von Hans–Jürgen Springer nahmen und nehmen ihre Aufgabe, zum Lobe Gottes und zur Freude der Menschen zu musizieren, immer wieder mit großem Verantwortungsgefühl und hohem Pflichtbewusstsein wahr. Dadurch konnte der Bekanntheitsgrad des Vereins immer mehr gesteigert werden, so dass unter anderem auch die St. Martinsgemeinde in Worms bei der 1000–Jahrfeier der St. Martinskirche den Kirchenmusikverein am 10. November 1996 beim Martinsumzug als im Wormser Stadtgebiet bekannter „Klangkörper“ einlud. In Pfeddersheim begleitete der Kirchenmusikverein ebenfalls die  Kinder bei Martinsumzügen und auch beim traditionellen Nikolausumzug mit dem jeweiligen Abschluss auf dem Kirchplatz am 6. Dezember eines jeden Jahres gehört der musikalische Beitrag des Kirchenmusikvereins zum festen Bestandteil.

Auch die kameradschaftliche Geselligkeit kam und kommt im Verein nicht zu kurz, wie es die Familienausflüge, beispielsweise zum weit entfernten Ruhpolding, dem Geburtsort des schon mehrfach erwähnten Josef „Sepp“ Zeller, beweisen. Nicht unerwähnt dürfen dabei auch die Auftritte beziehungsweise „Ständchen“ bei Familienfeiern oder runden Geburtstagen von Vereinsangehörigen bleiben, womit die festen Bande innerhalb des Vereinslebens und der Mitgliedschaft unterstrichen werden.

Dem Chronisten in besonderer Erinnerung ist die musikalische Umrahmung der Feierlichkeiten in der Kirche und in der Aula der Paternusschule am 12. Januar 1997, als Pfarrer Bernd Eichler als Präses des Vereins und als Pfarrer von Pfeddersheim nach zehnjähriger Tätigkeit verabschiedet und nach Nidda (Liebfrauen) mit Filialgemeinde St. Stephanus von Ober–Schmitten versetzt wurde. Am 1. Dezember 1996 war sein Nachfolger, Pfarrer Stefan Mate, bereits in sein Amt eingeführt worden.

Nicht unerwähnt dürfen die öffentlichen Auftritte des Kirchenmusikvereins in örtlichen Weingütern bleiben: Unter den Leitgedanken „Wein und Musik“ und „Musikalische Weinprobe“ fanden in der Folgezeit schöne Auftritte in den Weingütern Holker Pfannebecker und Dirk Wendel statt, bei denen alle auf ihre Kosten kamen – die Musik– wie auch die Weinliebhaber! Aber auch weitere öffentliche Aktionen sind und bleiben unvergessene „Marksteine“ auf dem geschichtlichen Weg des Kirchenmusikvereins, sei es beim Gemeinschaftskonzert mit dem 1. Akkordeonorchester Pfeddersheim am 7. November 1998, beim Familienausflug nach Zachenberg im Bayerischen Wald im Sommer 1999 und nicht zuletzt beim 475jährigen Gedenken an die Pfeddersheimer Bauernschlacht, als im Sommer 2000 die historische Eröffnung unter Mitwirkung des Katholischen Kirchenmusikvereins in der „Bluthohl“ stattfand.

Neujahrskonzerte in der Kirche

Der Kirchenmusikverein, und vor allem sein Dirigent Hans–Jürgen Springer, setzte sich nachhaltig für die Restaurierung der historischen Orgel in der Pfarrkirche Maria Himmelfahrt in Pfeddersheim ein: Die nach der bekannten Orgelbauer–Familie Stumm in Rhaunen/Sulzbach im Hunsrück benannte „Stumm–Orgel“, die 1792 in die Pfeddersheimer Kirche gekommen war, hatte im Laufe der langen Zeit stark gelitten. Einer eigens gegründeten „Orgelbau–Kommission“, der auch Hans–Jürgen Springer angehörte, war es gemeinsam mit dem Verwaltungsrat gelungen, die Orgelbaufirma Förster & Nicolaus in Lich/Oberhessen zur Original-
restaurierung der denkmalgeschützten Orgel zu gewinnen. Die hohen Restaurierungskosten musste die Pfarrgemeinde selbst erbringen, wobei sie auf großzügige Spenden angewiesen war. Dabei wirkte nicht zuletzt der Katholische Kirchenmusikverein aktiv mit, indem Dirigent Hans–Jürgen Springer mit seinen Musikerinnen und Musikern 1998 und 2000 sehr gut besuchte Neujahrskonzerte in der Kirche arrangierte. In den entsprechenden Berichten der WORMSER ZEITUNG fanden diese Konzerte hohe Anerkennungen und Würdigungen, die allesamt darin übereinstimmten, dass der Katholische Kirchenmusikverein „die Zuhörer in der vollbesetzten katholischen Kirche völlig gefangen nahm!“ Diese Konzerte wurden zu ganz großen Erlebnissen für zahlreiche Besucher, sie sind und bleiben markante Stationen der „Erinnerung“, die bekanntlich nach Jean Paul das „einzige Paradies ist, aus dem der Mensch nicht vertrieben werden kann!“

Alter und Jugend – Träger des Vereins
Im Kirchenmusikverein zeichnete sich nach und nach ein allmählicher Generationswechsel ab, der schon Anfang 1994 mit dem jungen Dirigenten Hans–Jürgen Springer eingeläutet worden war. So folgte bei der Generalversammlung am 30. März 1994 auf Bardo Schneider, der 25 Jahre lang gewissenhaft das Amt des Schriftführers ausgeübt hatte, dessen Nachfolger Hans Kercher, der vorübergehend 2. Vorsitzender war und in dieser Funktion auf eigenen Wunsch von Hans–Albert Diehl abgelöst wurde.
Hans–Jürgen Springer setzte neben den musikalischen Akzenten seine besondere Aufmerksamkeit auch auf die Jugendarbeit, um die Altersstruktur im Verein ausgewogen zu gestalten. Dies gelang mit dem erfreulichen Ergebnis, dass 1997 eine Jugendgruppe gebildet werden konnte, die durch fleißiges Üben nach und nach in der Lage war, bei verschiedenen Einsätzen im großen Klangkörper des Vereins mitzuwirken. Bei seinen nachhaltigen Bemühungen um Heranbildung von Nachwuchsmusikerinnen und –musikern wurde er dankenswerterweise von Andrea Zeller, Helga Giffhorn und Stefan Ihrig unterstützt. Die Jugendlichen besuchten auch vom Diözesanverband der Bläserchöre im Bistum Mainz veranstaltete Kurse, um das Musikerleistungsabzeichen zu erwerben, nachdem sie von Hans–Jürgen Springer nach bundesweit gültigen Richtlinien ausgebildet und auf die Kurse vorbereitet worden waren. Auf Anhieb gab es eine Premiere für den Katholischen Kirchenmusikverein Pfeddersheim: Fünf Jugendliche erwarben das angestrebte Musikerleistungsabzeichen im Frühjahr 2001.
Denkwürdig gestaltete sich auch die Generalversammlung am 22. Februar 2000: Nach 25 Jahren engagierter Tätigkeit als 1. Vorsitzender kandidierte Josef „Sepp“ Zeller aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr für dieses Amt und machte damit den Weg für die nächste Generation frei. Der anwesende Präsident des Diözesanverbandes der Bläserchöre im Bistum Mainz, Hubert Will, dankte Josef Zeller im Namen von Bischof Karl Lehmann für seinen langjährigen Einsatz im Dienste von kirchlicher und weltlicher Musik. Er überreichte dem in der gleichen Versammlung ernannten Ehrenmitglied Josef „Sepp“ Zeller Wappenschild und Dankurkunde des Diözesanverbandes.In dieser Generalversammlung wurden Hans–Albert Diehl zum 1. Vorsitzenden, Hans Kercher zum 2. Vorsitzenden, Stefan Ihrig zum Kassierer, Simon Knab zum Schriftführer, Holger Wahl zum Notenwart und Bernd Reidenbach zum Instrumentenwart gewählt.


Mit dieser veränderten Zusammensetzung des Vorstands ging das Vereinsleben kontinuierlich seinen weiteren Weg in die Zukunft: Neben dem Lehrgang der Nachwuchsschüler und einem Probewochenende in Erbach/Odenwald gab es mit „Jung und Alt“ erneute öffentliche und viel beachtete Auftritte des Orchesters. Großen Anklang fand das Benefizkonzert mit örtlichen Chören Anfang April 2000 in der TSG–Halle zugunsten des Bürgerturms, ebenso das Konzert am 23. März 2001 als „Dankeschön–Abend“ für die ehrenamtlichen Vereine im Beisein hoher politischer Persönlichkeiten, an der Spitze Staatsminister Walter Zuber, sowie das Frühlingskonzert am 10. Mai 2001 in der Aula der Paternusschule unter Mitwirkung des Mundartdichters und Liedermachers Volker Gallé.

Großer Verlust – „Sepp“ Zeller stirbt

Es wurde bald zur Gewissheit: Der langjährige und verdienstvolle Vorsitzende „Sepp“ Zeller hatte offensichtlich auf der denkwürdigen Generalversammlung am 22. Februar 2000 so etwas wie eine „Vorahnung“, als er aus gesundheitlichen Gründen den Weg für seinen Nachfolger frei machte. Dennoch kam die sich in Pfeddersheim schnell verbreitende Nachricht von seinem plötzlichen Tod am 26. März 2002 für viele sehr überraschend. Er war in der Nacht verstorben!

Im Nachruf vom 28. März 2002 der WORMSER ZEITUNG schrieben seine Vereinsfreunde: „Der Katholische Kirchenmusikverein Pfeddersheim trauert um seinen langjährigen 1. Vorsitzenden, Ehrenmitglied und aktiven Musiker, Herrn Josef Zeller. Sein unermüdlicher Einsatz zum Wohl des Vereins bleibt unvergessen und wird uns eine Verpflichtung für die Zukunft sein.“
Auch die katholische Pfarrgemeinde würdigte am 30. März 2002 im Paternusboten die großen Verdienste des langjährigen Mitglieds im Pfarrgemeinderat, dessen Vorsitzender er lange gewesen war. Ebenso hatte er im Verwaltungsrat und als Lektor gewirkt und gehörte viele Jahre dem Vorstand des katholischen Männervereins an. Hervorgehoben wurde seine Betreuung des katholischen Jugendheims.
Das Psalmwort (31,6) auf der Rückseite seines Totenzettels lässt die innere Haltung des zu früh Verstorbenen und seiner Angehörigen für die Nachwelt deutlich werden: „In Deine Hände lege ich voll Vertrauen meinen Geist.“
Wieder neuer Vorsitzender – stolze Bilanzen
Trotz des herben Verlustes musste das Vereinsleben weitergehen. Nur wenige Tage nach dem Tod von „Sepp“ Zeller – exakt am 10. April 2002 – war die turnusgemäße Generalversammlung, die noch ganz im Zeichen der Trauer um den Verstorbenen stand. In seinem Bericht hob Vorsitzender Hans–Albert Diehl hervor, dass die Mitgliederzahl auf 177 gesteigert werden konnte, von denen 38 Musiker nun den „aktiven Klangkörper“ repräsentieren und 15 junge Musiker in die Ausbildung übernommen werden konnten. Im Berichtszeitraum 2000/2001 trat der Kirchenmusikverein bei 34 öffentlichen und 23 kirchlichen Veranstaltungen in bewährter Weise auf, eine ebenso stolze Bilanz wie auch die von Dirigent Hans–Jürgen Springer genannten 121 Orchesterproben, die maßgeblich zum allseits anerkannten Leistungsstand des Vereins beitrugen.
Bei den anschließenden Neuwahlen kandidierte Hans–Albert Diehl aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr für das Amt des 1. Vorsitzenden. Sein Nachfolger wurde Bernd Reidenbach, dem folgende weitere Vorstandsmitglied zur Seite stehen: Stefan Ihrig, Hans–Josef Kercher, Simon Knab, Reinhold Ross, Holger Wahl und Andrea Zeller.

Meisterliche Kirchenkonzerte und begeisternde andere Auftritte
Kurze Zeit nach den Neuwahlen setzte der Kirchenmusikverein erneut regionale und überregionale musikalische Akzente: Vor allem die Kirchenkonzerte in Pfeddersheim und Flörsheim–Dalsheim im Juni/Juli 2002 hinterließen große Resonanzen. Über das zum ehrenden Gedenken an den kürzlich verstorbenen Musikkollegen „Sepp“ Zeller gegebene Konzert in der Pfeddersheimer Pfarrkirche berichtete die WORMSER ZEITUNG vom 19. Juni 2002 einleitend: „Brausender Applaus begleitete nicht nur die über 40 Musikerinnen und Musiker des Katholischen Kirchenmusikvereins beim Konzert in der Pfarrkirche Maria Himmelfahrt. Genauso galt der Beifall dem Dirigenten Hans–Jürgen Springer, der wieder einmal bewies, zu welchem musikalischen Niveau er in den letzten Jahren den Kirchenmusikverein und das Nachwuchsorchester geführt hat.“

Nach vielen anderen Auftritten im Ablauf des Jahres 2002 sowie einer größeren Investition durch Anschaffung einer Verstärkeranlage glänzte der Verein am 10. Mai 2003 wieder einmal mehr bei seinem heiteren Frühlingsfest in der restlos ausverkauften Aula der Paternusschule. Zweieinhalb Stunden wurde den begeisterten Konzertbesuchern die ganze Bandbreite der Blasmusik demonstriert. Beifall, der nicht mehr enden wollte und Standing Ovations, waren der verdiente Lohn des großen Auditoriums.
Große Freude herrschte am 20. Juli 2003 nicht nur über das Schwimmbadfest zur Wiedereröffnung des wegen Reparaturarbeiten lange geschlossenen Bades, sondern ebenso über die dabei erfolgte musikalische Mitwirkung des Kirchenmusikvereins. Beim Dekanatstag hatte der Verein auch im Wormser Dom am 14. September 2003 seinen Auftritt vor großer Kulisse und im November 2003 war in der proppenvollen Aula der Paternusschule beim Gemeinschaftskonzert mit dem Männergesangverein 1876 die Begeisterung kaum noch zu steigern.
Am 10. März 2004 fand turnusgemäß die Generalversammlung im katholischen Jugendheim statt, auf der der neue Vorstand gewählt wurde. Stolze Bilanzen kennzeichneten die Berichte des 1. Vorsitzenden B. Reidenbach und des Dirigenten H.-J. Springer: Die Mitgliederzahl konnte auf 185 gesteigert werden, die Zahl der Aktiven mit guter Altersstruktur nähert sich dem „halben Hundert“.
Bernd Reidenbach wurde im Amt des 1. Vorsitzenden nahezu einstimmig bestätigt. Zu weiteren Vorstandsmitgliedern wurden Stefan Ihrig, Hans-Josef Kercher, Simon Knab, Holger Wahl, Stefan Wolsiffer und Andrea Zeller gewählt, die nun den Verein in sein 40. Vereinsjahr führen.

Ausblick

Dieser Beitrag im Rahmen der Festschrift möchte den Lesern etwas von dem steten Bemühen der Vereinsmitglieder, vor allem von den Musikerinnen und Musikern sowie den Verantwortlichen im Vorstand, vermitteln, eine gute und harmonisch wirkende Gemeinschaft zu sein. Eine Gemeinschaft, die mit ihrer Musik Gott die Ehre und den Menschen Freude bereiten will, die aber auch Anteil nimmt an persönlichen Ereignissen der Mitglieder und Pfarrangehörigen und die sich darüber hinaus aktiv einbringt in das gesellschaftliche Leben der gesamten Bürgerschaft. Wenn der Katholische Kirchenmusikverein Pfeddersheim mit dieser inneren Einstellung sein 40jähriges Jubiläum feiert und über diesen Festtag hinaus seine vielfältigen Aufgaben wie bisher fortsetzt, werden Chronisten auch in Zukunft Erbauliches und Nachdenkliches, im wesentlichen aber Schönes und Gutes berichten können.
Welchen besonderen Wunsch sollte man – in Verbindung mit den sicherlich so zahlreichen Glück– und Segenswünschen – zum Ausdruck bringen? Es ist der Wunsch des Chronisten, dass es dem Katholischen Kirchenmusikverein Pfeddersheim gelingen und vergönnt sein möge, auch zukünftig in einem sich schnell wandelnden Wertebewusstsein unserer Zeit dem „Unwandelbaren“ zu dienen: Dem „Bonum, Verum et Pulchrum“ – dem „Guten, Wahren und Schönen“ – und damit aber letztlich dem „Sacrum“ – dem „Heiligen!“ Denn wie heißt es doch im Psalm 104, 33: „Ich will dem Herrn singen, solange ich lebe, / will meinem Gott spielen, solange ich bin.“

                                                                                                                                  Felix Zillien